Verein für interkulturelles Theater Freiburg - Sehr beeindruckendes Musiktheater
Verein für Interkulturelles Theater Freiburg
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Ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Kulturen kann mit theaterpädagogischen und künstlerischen Mitteln als Wert vermittelt werden und wird von beiden Projekten Travka muravka und TABUN Musiktheater in den Stücken umgesetzt.

kinder-von-la-hilleBeruhend auf Originaldokumenten und Zeitzeugenberichten erzählt die jüdische Autorin die Geschichte von hundert jüdischen Kindern, von denen die meisten im Landschloss La Hille in Südfrankreich vor der Deportation gerettet werden konnten. In erfrischender Unbefangenheit erzählen und spielen die Schüler auf der Bühne die Geschichte von einer Kinderrepublik in der Schreckenszeit des Nationalsozialismus, nämlich von Kindern, die aus ihrem Leben als unbefangen spielende Kinder gerissen werden und sich unversehens in einer tödlich-ernsten Lebensrealität vorfinden. Kindlich unbefangener Frohsinn wird aus ihrem Leben gewaltsam verdrängt. Existenzangst prägt ihr junges Leben, das gleichwohl vom Glauben an eine gute Zukunft geprägt ist.

In der Inszenierung des Vereins für Interkulturelles Theater erlebt der Zuschauer ein sehr musikalisches Stück, das von Monika Hermann souverän geleitet wird. Französische Lieder aus La Hille – die Kinder müssen möglichst perfekt Französisch sprechen, um sich sich nicht als deutsche Juden zu verraten - erklingen dabei ebenso wie jiddische Lieder aus dieser Zeit. Etliche davon hörte man übrigens vor Jahren auf der selben Bühne der Denzlinger Schulaula wie im Freiburger Ursula-Gymnasium, aufgeführt vom Schulchor und Orchester des Erasmus-Gymnasiums.

 

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Peter Nick trat bei der Aufführung in Denzlingen als Erzähler auf und begleitete einige Stücke am Akkordeon. Philipp Herlyn, ein bekannter Pianist in Freiburg für Jazz und Improvisation, sorgte für stimmungsvoll-passende Bühnenmusik. Und Monika Hermann, die übrigens einst als Schülerin das Denzlinger Erasmus-Gymnasiums besuchte, leitete  das  junge Ensemble, das ihr selbst in feinsten Nyancen folgt.

Was man bei der sehr gelungenen Bühneninszenierung nur andeutungsweise erfährt, ist die erschreckende Tatsache, dass die Fahrt der Kinder in einem Güterwaggon zugleich ein Abschied von ihren Lieben für immer bedeutet, denn nur wenige „Kinder von La Hille“ trafen nach Kriegsende ihre Angehörigen wieder. Wer das Stück gerne noch sehen möchte, findet Gelegenheit im Rahmen der „Theatertage am See“ in Freiburg  vor Ostern (9. bis 13. April). Nach der sehr beeindruckenden Darbietung in Denzlingen kann man einen Besuch nur empfehlen.

 

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